untere ET-Grenze +11

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untere ET-Grenze +11

Beitragvon Sebastian » Sa 27. Jun 2015, 13:05

Darf die untere ET-Grenze +11 unterschritten werden ?
Habe vor meine 8 x 16 ET25 mit 25mm Spurplatten an der HA auszustatten.
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Re: untere ET-Grenze +11

Beitragvon SierraRacer (Sven) » Sa 27. Jun 2015, 13:15

Nach meinem Wissen darf Diese Grenze nicht unterschritten werden. Berücksichtigen muss man dabei auch das man die Achse von der Breite her gesehen nur um 2% verbreitern darf. Soweit ist mir das bekannt nach dem was ich bisher duch den Tüv erfahren habe.
Wieso soll ich zu Fuß gehen? Ich hab doch vier gesunde Reifen. :-D
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Re: untere ET-Grenze +11

Beitragvon Sebastian » Sa 27. Jun 2015, 13:30

Wäre das nicht nach Begutachtung gemäß § 21 StVZO möglich ?
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Re: untere ET-Grenze +11

Beitragvon Zwoneuner » So 28. Jun 2015, 08:58

Grundsätzlich darf die untere ET Grenze nicht unterschritten werden, es sei denn man ist Krösus und hat einen Goldesel im Keller. Worauf ich hinaus will, man kann beim TÜV ein Fahrwerksfestigkeitsgutachten in Auftrag geben. Dann werden auf den Schräglenkern der Hinterachse Dehnungsstreifen aufgebracht. Das Fahrzeug wird im Anschluss in vorgegebenen Fahrversuchen in allen möglichen Last- und Ladungszuständen auf einer abgesperrten Teststrecke gefahren. Sollten die Dehnungsstreifen nach dieser Fahrt im "Toleranzbereich" sein, bekommst du deine Spurplatten mit den entsprechenden Felgen und Reifen eingetragen. Kosten? Frag nicht....

So wurde mir das vor etwa einem Jahr beim TÜV Nord erklärt, als ich bei meinem Scorpio die 25mm Spurplatten mit den Cossie Felgen eintragen lassen wollte.
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Re: untere ET-Grenze +11

Beitragvon Sebastian » Di 30. Jun 2015, 05:22

Und was wäre wenn ich sturzkorrekturplatten verbaue.Damit veränder ich doch auch positiv die Hebelwirkung ??
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Re: untere ET-Grenze +11

Beitragvon SierraRacer (Sven) » Di 30. Jun 2015, 06:57

Sturzkorrekturplatten werden da nicht dergleichen an de Hebelwirkung beeinflussen. Die haben den Zweck den Sturz zu reduzieren bei Tieferlegung und somit zu erreichen das der Reifen mehr Auflagefläche zum Asphalt hat und sich nicht so stark einseitig abfährt. Angenommen du würdest an der Radnabe ne ein Meter lange Stange montieren und dann das Rad, dann hättest du sehr starke Hebelwirkung an der Radnabe und dem Rest der Achse. Mit einem Langen Schraubenschlüssel an einer Schraube hast du ja auch mehr Kraft an der Schraube anliegen wenn du da dran was bewegst als mit einem kurzen Schraubenschlüssel. Also meiner Meinung nach verändert sich an der Hebelwirkung nichts bzw. eher negativ, wobei das bei Sturzkorrekturplatten wohl nicht mal wirklich messbar wäre das sich was ändert.

Es ist bei so ziemlich allen Teilen in etwa so: Ein Hersteller lässt ein Gutachten erstellen worin steht unter welchen Kriterien sein Produkt verwendet werden darf und auch zulässig ist. Wie zum Beispiel bei Spurplatten. Da heisst es eben nicht weniger als ET+11mm, unabhängig von der Felgengröße/Tiefe. Der Hersteller sagt das bis zu diesem Bereich das Bauteil geprüft ist und bestätigt somit die Verkehrstauglichkeit und Sicherheit woraufhin der Tüv nur noch den Korrekten Einbau und die Richtigkeit der Papiere kontrolliert. Machst du nun etwas außerhalb dieses Bereichs so muss der Tüv anhand bestimmter Prüfmethoden bestimmen und feststellen ob dann auch immer noch die Verkehrstauglichkeit und Sicherheit gegeben ist. Und sowas ist fast immer sehr kostspielig für Privatpersonen.

Mal ein paar Beispiele:
Hast du Scheinwerfer ohne E-Prüfzeichen: Lichttechnisches Gutachten nötig (sehr teuer und ohne Erfolgsgarantie).
Fahrwerk ohne Zulassung, ABE oder Gutachten für das Fahrzeug: Mehrere Kilometer auf einem Rundkurs zur Ermittlung der Betriebsfestigkeit so wie Sicherheit und Traglastermittlung (sehr teuer und ohne Erfolgsgarantie).
Felgen ohne Zulassung, ABE oder Gutachten: Ermittlung der Materialfestigkeit sowie Betriebsfestigkeit und Sicherheit z.B. Biegeumlaufprüfung (sehr teuer und ohne Erfolgsgarantie).

So in etwa verhält es sich mit anderen, vergleichbaren Dingen auch wie z.B. Tauschmotor mit größerem Hubraum oder aus einem anderen Auto. Alles was keine Prüfungsunterlagen dabei hat oder im Einsatz außerhalb der geprüften Kriterien liegt und einer Eintragung Bedarf wird oft sehr teuer da der Tüv dies alles bestätigen muss was sonst ein Hersteller mit den durchgeführten, technischen Prüfungen macht.

Kurz und knapp gesagt, es wird sehr schwierig die ET Grenze von +11mm zu unterschreiten und es eingetragen zu bekommen.
Ich selbst fahre auf meinem Xr4i Felgen mit 9x16 Zoll und ET30. Mit den 15mm an Verbreiterung pro Rad komme ich also auf eine ET von 15mm. Darauf sind 225/40er Reifen montiert. So wie es aktuell ist so wurde es mir auch eingetragen ohne das es auch nur ein bisschen irgendwo streift.
Das ist ja schon fast das höchste der Gefühle und weiter raus komme ich beim Sierra auch nicht mehr.
Das ist der gute. Um es zu verdeutlichen.
Sierra Xr4i.jpg


Du hast es natürlich wesentlich einfacher wenn du Spurplatten mit 10mm verbaust und somit noch im Bereich bist. Mit 15er Platten hättest du ja dann ET+10mm. Eventuell findest du ja einen Prüfer der sich wegen diesem einen Milimeter keine Sorgen macht, aber auch diese Leute die sowas abnehmen sterben langsam aus, egal ob es sich auch nur um einen Milimeter handelt.
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Re: untere ET-Grenze +11

Beitragvon Sebastian » Di 30. Jun 2015, 16:39

Ich danke euch sehr für eure ausführliche Antwort :D :D :D :D
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